Das Revierelektrizitätswerk Freiberg im Drei-Brüder-Schacht

Einer der interessantesten Zeugen der bergmännischen Wassernutzung aus der jüngeren Geschichte ist das Freiberger Kavernenkraftwerk

Geschichte:

Das Kavernenkraftwerk war von 24. Dezember 1914 bis zum 10. Juli 1972 in Betrieb. Es bestand aus zwei Teilanlagen. Das Oberwerk im Konstantin-Schacht wurde durch in einem Kunstteich zwischengespeichertes Kunstgrabenwasser beaufschlagt. Hier standen eine 800 PS und eine 1800 PS-Freistrahlturbine. Unterhalb der Moritzstollnsohle befand sich ein 1.5 Mio m3 großer Wasserstauraum der nahezu den gesamten Untertagebereich der Stadt Brand-Erbisdorf einnahm. Dieser Wasserstau wurde zum Betrieb der 4 Turbinen im Unterwerk benutzt, die eine Gesamtleistung von etwa 2,4 Megawatt erzeugten. Danach floß das Wasser auf dem Rothschönberger Stolln (hier in ca. 272 m Teufe, das entspricht 200 m über NN) ab. Im Zeitraum 1953 bis 1969 wurde im Bereich Brand-Erbisdorf wieder untertage abgebaut. Dadurch war die Nutzung des Stauraumes nicht mehr möglich. Das Wasser aus dem Oberwerk wurde jetzt ca. 135 m Teufe auf einer Wasserstrecke zum Dreibrüder-Schacht geleitet und fiel dort über ein Gesenk bzw. über Rohrleitungen bis in das Unterwerk.

Bergbaulandschaft und Untertageanlagen im Bereich des Untertagekraftwerks (Betriebsvariante von 1953-1969) nach Wächtler, E.; Wagenbreth, O. (Hrsg): Der Freiberger Bergbau.- VEB Dt. Verl. für Grundstoffind.- Leipzig 1988.

Heutiger Zustand

Die gesamte Anlage ist im wesentlichen noch komplett erhalten. Während das Unterwerk von den Beschäftigten sehr gut konserviert wurde und eine Wiederinbetriebnahme nicht unmöglich erscheint, weist das Oberwerk starke Zerstörungen auf. Um die Belange des Erhaltes und eventuelle Wiederinbetriebenahme kümmert sich der Förderverein Drei-Brüder-Schacht e.V. Zur Zeit arbeiten Mitglieder des Fördervereins an der Renovierung der Übertagenanlagen.

Externe Links zum Kavernenkraftwerk "Drei-Brüder-Schacht"

Andreas.Kluge@hrz.tu-freiberg.de

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